ENTSTEHUNG UND ENTWICKLUNG

Die Blasmusik-Kapelle im Jahr 1957

Blasmusik in Keilberg gibt es nicht erst seit der Vereinsgründung im Jahre 1949. Schon im Jahre 1882 ist in den Gemeindebüchern der Gemeinde Keilberg festgehalten, dass den Musikern ein Zuschuss von 20 Mark aus der “Waldkasse” gewährt wird. Diese Eintragung ist der früheste Beweis für die Existenz einer Musikkapelle in Keilberg. Seit diesem Datum ist in den Büchern der Gemeinde immer wieder auf diese Gruppe von Musikern hingewiesen. So ist auch ersichtlich, dass es im Jahre 1885 die Kapelle sieben Musiker zählte.

1891 spielte die Kapelle z.B. bei einer Festveranstaltung aus Anlass des siebzigsten Geburtstages des Prinzregenten Luitpold von Bayern. Die Anlässe, aus denen die Kapelle spielte waren damals andere als heute, so spielte man 1895 noch bei der „Feier des fünfundzwanzigjährigen Jubiläums des glorreichen Sieges von 1870/71“.

Das musikalische Wirken der Musikkapelle beschränkte sich in all den Jahren immer auf den engeren dörflichen Bereich. Auftritte waren damals und sind auch heute noch mit den kirchlichen und weltlichen Festen der Gemeinde Keilberg bzw. Bessenbach verbunden.

In den beiden Weltkriegen war es mit dem Musikmachen jeweils für einige Jahre vorbei. Jedoch konnten die Keilberger nach dem ersten Weltkrieg erstaunlich schnell wieder eine stattliche Anzahl musikbegeisterter Männer zu einer Kapelle zusammenführen.

1946 nach dem zweiten Weltkrieg übernahm mit Wilhelm Brehm – einem ehemaligen Militärmusiker- ein Mann die musikalische Leitung, der sehr zielstrebig und mit enormem Einsatz die Blasmusik in Keilberg voranbrachte. Dies führte schon 1949 zur Gründung des Musikverein Keilberg. Das Protokoll von der Vereinsgründung im Jahre 1949 zeigt, wie groß der Wunsch und das Interesse war, vier Jahre nach Kriegsende wieder musikalische Aktivitäten aufzunehmen. Eine beachtliche Anzahl Männer, nämlich 35, gründeten den Musikverein “… damit sich unter der bewährten Leitung des Dirigenten Wilhelm Brehm viele junge Musiker ausbilden lassen und die Kapelle ihren einstigen Höhenstand wieder erreicht.”

Der Musikverein erhält seine fränkische Tracht

Schon 1957, anlässlich des 3. Kreismusikerfestes in Keilberg, konnte sich die gutbesetzte Kapelle in einheitlicher Uniform präsentieren.

1967 startete der Musikverein seine erste Reise nach Burgberg, zu dessen Musikverein uns eine immer noch währende enge Freundschaft verbindet.

Anlässlich des Jubiläums “90 Jahre Blasmusik in Keilberg” im Jahre 1972, das in Verbindung mit dem Bezirksmusikfest gefeiert wurde, wurde unter dem 1. Vorsitzenden Robert Haun die sogenannte Spessarttracht angeschafft.

1982 konnte man auf 100 Jahre zurückblicken, in denen es nachweißlich Blasmusik in Keilberg gibt. Zu diesem Anlass veranstaltete der Musikverein ein großes Jubiläumsfest. Im Dezember des gleichen Jahres wurde dem Musikverein Keilberg aufgrund des 100. Jubiläums durch Landrat Roland Eller die pro-musica-Plakette vom Bundespräsidenten überreicht. Diese Auszeichnung wurde damals zum ersten Mal im Untermaingebiet verliehen.

Seitdem sind die Keilberger Musiker ihrer Geschichte treu geblieben, sie haben mit ihren Instrumenten der Gesellschaft und der Kultur in ihrer Ortschaft gedient. Dabei sind sie mit ihrem in jedem zweiten Jahr stattfindenden Osterkonzert, der sehr erfolgreichen Teilnahme an Wertungsspielen des Blasmusikverbandes, der Teilnahme an überregionalen Festen, wie z.B. schon mehrfach am Oktoberfest in München und nicht zuletzt den alltäglichen Auftritten bei Festbesuchen, Frühschoppen, Standkonzerten und kirchlichen Festen und Feiern als Kulturbotschafter im Dauereinsatz. Durchschnittlich ca. 50 Proben und 40 Auftritte im Jahr hat die Kapelle unter ihrem Dirigenten Albert Schäfer zu bewältigen.